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USA > Chesapeake Bay > Point Lookout 

USA | Point Lookout
38° 03' N | 076° 19' W J 1800

Schon um 1828 wurde an der Mündung des Potomac Rivers in die Chesapeake-Bucht ein Signal für die Seeschifffahrt geplant. Am 30. September 1830 wurde hier erstmalig das Licht gezündet, nachdem John Donahoo ein großes Haus mit aufgesetzter schwarzer Laterne errichtete.

Anfänglich wurde das Licht mit einer Öllampe betrieben. Schon vor dem amerikanischen Bürgerkrieg wurde eine Fresnellinse 4. Ordnung installiert. Damals soll das Haus gelb gestrichen gewesen sein, der Turm selbst weiß. Das schiefergedeckte Dach hatte rote Farbe.

Ab 1862 änderte sich die Umgebung, als für kriegsverletzte Soldaten in unmittelbarer Nähe ein Krankenhaus mit sternförnmig angeordneten, auf Pfählen augeständerten Barracken entstand. Nicht weit entfernt wurde ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet. Über 4.000 Menschen sollen hier im Winter erfroren sein, deren Leichen nahe des Leuchtturms vergraben worden sein sollen. Diese Vorfälle erklären möglicherweise, warum gerne heute die Geschichte erzählt wird, dass es in diesem Leuchtturm spuken würde. Tatsächlich befassen sich in den USA hochwissenschaftliche Untersuchungen mit parapsychologischen Phänomenen, die am Point Lookout Lighthouse angeblich gehäuft auftreten würden.

1872 wurde eine Nebelglocke aufgebaut, während das eigentliche Turmhaus 1883 ein weiteres Stockwerk erhielt, um Platz für eine weitere Leuchtturmwärterfamilie zu schaffen. Der aufgesetzte Turmschaft konnte daher etwas gekürzt werden. Weitere größere bauliche Veränderungen fanden 1927 statt. Ungefähr zu dieser Zeit wurde auch ein – aus heutiger Sicht sehr fortschrittlich – Windgenerator am Haus installiert, der elektrische Energie für das Feuer liefern sollte.

1965 erfolgte die offizielle Ablösung des Leuchtturms durch einen Offshore-Stahlturm in der Chesapeake Bay. Seitdem steht das verlassene Haus am Südeende der Landzunge und wechselte von der Coast Guard zur Navy, ohne einen größeren Nutzen zu erfüllen. Das Gelände ist seitdem mit einem hohen Zaun umgeben.

2002 wurde mit der Navy ein Vertrag über die Herrichtung des Außengeländes abgeschlossen, der auch eine äußerliche Aufarbeitung des Hauses mit sich brachte. 2006 ging das Gelände an den Bundesstaat Maryland. Seit August 2006 bildet sich ein Verein, der die Restaurierung des Leuchtturms und ihn für die Öffentlichkeit zugänglich machen möchte.

Bei unserem Besuch hatten wir großes Glück mit dem warmen, wunderbaren Wetter, allerdings etwas weniger mit dem etwas unglücklichen Sonnenstand. Der Besuch im September erwies sich insofern als Glücksfall, weil wir neben einigen wenigen Angler die ansonsten einzigen anderen Besucher des umgebenden Point Lookout State Parks waren. Das Foto entstand mit Räuberleiter am Zaun des Geländes, da der Zaun ansonsten die Bilder zu stark beherrscht. Geister konnten wir nicht beobachten.

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