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Touren & Betten > Reiseberichte > USA-Tour (2007) > Tag 11: Marylands Küste

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Der 11. Tag ist eigentlich unser Bonustag, den uns BA wegen des ausfallenden Fluges beschert. Eigentlich sollten wir heute nach Hause fliegen, nun bleiben wir noch eine weitere Nacht vor Ort. Was machen wir mit der Zeit? Wir beschließen, ein wenig die Küstenlinie von Maryland abzufahren und ein paar Blicke auf die Chesapeake Bay zu werfen. Doch zuvor machen wir einen kleinen Einkaufstrip in die nächere Umgebung und kaufen uns u.a. eine neue 2 GB-Speicherkarte für die Digitalkamera sowie einen neuen Ethernet Adapter für den Laptop. Zufrieden stellen wir fest, dass wir jetzt wieder E-Mails empfangen können.

Wir hätten dabei vielleicht auch einen kurzen Blick auf amerikanische Leuchtturmseiten werfen sollen. Die drei Leuchttürme, die wir nachmittags anfahren, hat Malte aus dem Kopf auf der Karte lokalisiert – den vierten, Drum Point, hatte er allerdings vergessen, weswegen wir ihn, obwohl wir bei einer Vorbeifahrt nur ein paar Meter entfernt waren, übersehen haben. Aber der Reihe nach:

Point Lookout Lighthouse | Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Spätsommerabend am »spukenden Leuchtturm« Point Lookout.

Über die 95/495 (Capital Beltway) fahren wir von unserem Hotel aus Richtung Osten und überqueren kurz darauf den Potomac River. Von der Brücke aus erkennen wir unter uns die kleine Insel mit dem recht unscheinbaren Jones Point Lighthouse, den wir aber für diesen Urlaub nicht mehr auf dem Plan haben. An Woods Corner verlassen wir die Autobahn und halten uns auf der 5 Richtung Süden, später auf der 235. Nach einer guten Dreiviertelstunde gelangen wir durch die Orte Hollywood und California, in letzterem biegen wir ab auf die 4, die kurz darauf auf einer schwindelerregend hohen Brücke, deren Seitenbegrenzung aus nichts Weiterem als Betonsperren besteht, über eine Bucht führt. Weiter geht´s bis nach Berta, wo wir den Hinweisschildern zum Cove Point folgen. Die Nebenstraße führt durch einige sanfte Küstenhügel und mündet auf dem Lighthouse Boulevard. Dies ist die einzige öffentliche Straße in einer kleinen Siedlung, aus der zahlreiche Privatstraßen zu Ferienhäusern abzweigen. Sie endet vor einem hohen verschlossenen Sicherheitstor, durch das wir den Leuchtturm sehen können. Den Schildern nach haben wir Pech: Es handelt sich um Privatgelände und wir werden gebeten, die Privatsphäre der Eigentümer zu respektieren. Die Hinweisschilder laden uns aber auch ein, das Gelände zu besichtigen und den Leuchtturm zu fotografieren – vermutlich aber nur auf Einladung hin. Wir fühlen uns hier nicht besonders wohl, machen ein paar Bilder durch den Zaun und verschwinden wieder in der Annahme, dass wir schöne Bilder von dem Leuchtturm haben – haben wir aber gar nicht, wie sich erst später in Deutschland herausstellen wird: Wir glaubten ein Leuchtturmwärterhaus mit aufgesetzter Laterne fotografiert zu haben, doch es handelt sich tatsächlich um einen alleinstehenden Turm, der von uns aus gesehen vom Haus verdeckt wurde. Dessen Laterne befand sich allerdings auf einer perfekt passenden Höhe, so dass wir hier einer Täuschung erlagen. Im Nachhinein ärgern wir uns, dass wir da nicht hartnäckiger nach seitlicheren Fotomöglichkeiten gesucht haben.

Es geht zurück über die abenteuerliche Brücke und wieder auf die 235, die wir nun bis zum südlichen Endpunkt, dem Point Lookout fahren. Der gesamte Bereich der Südspitze dieser Landzunge wird vom Point Lookout State Park eingenommen, der auf uns den Eindruck macht, als sei er während der Sommerferien sehr gut besucht. Wie gut, dass die Ferien vorbei sind - wir müssen deshalb keinen Eintritt zahlen und außer uns sind nur ein paar Angler unterwegs, die von einigen Punkten aus ihr Glück versuchen. Der Leuchtturm an der Südspitze gehört wieder zu den Bauwerken, bei denen wir uns gelegentlich einen etwas spektakuläreren Bau wünschen würden. Leider haben wir auch hier Pech mit den umgebenden Zäunen. Nur mit Hilfe einer Räuberleiter gelingt es uns, ein halbwegs drahtfreies Bild zu erzeugen. Spukende Geister, von denen hier oft erzählt wird, haben wir nicht gesehen.

Piney Point Lighthouse | Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Die Leuchtturmwärterwohnung des Piney Point Lighthouse ist heute ein Museum - um Missverständnissen vorzubeugen: Dabei handelt es sich NICHT um die kleine Bude im Hintergrund.

Etwas mehr Glück haben wir am Piney Point Lighthouse, das als einziges auch schon überörtlich ausgeschildert ist. Hierzu fahren wir die 5 wieder Richtung Norden und biegen bei Callaway auf die 249 ab. Die Straße ist landschaftlich überraschend schön und bietet einige nette Ausblicke, wobei die milde spätsommerliche Sonne die ganze Szenerie ohnehin in ein fantastisches Licht setzt. Die Piney Point Road fahren wir nicht bis an ihr Ende, sondern biegen vorher an einem Hinweisschild auf die Lighthouse Road ab, an deren Ende sich der historische kleine Leuchtturm in einem nett angelegten Park befindet. Die Öffnungszeiten des Museums, das sich im angeschlossenen Leuchtturmwärterhaus befindet, haben wir – wieder einmal – knapp verpasst. Dafür sind wir auch hier die einzigen Leute, genießen unseren letzten Urlaubsabend auf einem nahen Pier mit Sitzgelegenheit, essen unsere Vorräte (u.a. Birne mit Schokoladensauce, Reste eines angeschmolzenen Käses und Scheiben einer irgendwie merkwürdig schmeckenden Pepperonihartwurst - eine denkwürdige Mischung!) und fahren in aller Gemütlichkeit zurück ins Hotel – selbstverständlich nicht ohne einen weiteren Besuch in einem Supermarkt, wo wir nichts anderes kaufen als ein simples Kartenspiel, das wir für die morgige Wartezeit am Flughafen gebrauchen wollen – und dann doch erst wieder in Deutschland auspackten.

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