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Touren & Betten > Reiseberichte > USA-Tour (2007) > Tag 10: Washington, D.C.

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Mc Donald´s in Washington D.C. | Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Niedlich: Ein McDonald´s-Stehimbiss und die vor allem in Washington D.C. immer und überall allgegenwärtigen Eichhörnchen (engl.: Squirrel).

Dies sollte der letzte vollständige Tag unserer Flitterwochen in den USA werden: Heute stand ganztägig Washington D.C. auf dem Programm – den morgigen Vormittag wollten wir dann für eventuelle weitere Besichtigungen oder einen kurzen Ausflug nutzen, um gegen 16 Uhr das Auto am Flughafen abzugeben und um 18.55 Uhr Richtung Heimat abzuheben. Es kam aber dann doch noch alles ein wenig anders.

Alles begann mit der Nacht im Hunter Motel in Newington, in der Malte schlecht schlief und einen komische Traum hatte. Noch vor dem Frühstück beschlossen wir, hier nicht zu bleiben, wie wir es eigentlich vorhatten – da wir unser Gepäck nicht den ganzen Tag im Auto auf irgendeinem Parkplatz stehen lassen wollten, wäre uns ein Quartier für zwei Tage sehr recht gewesen. Wir wühlten wieder die Gutscheinhefte durch und fanden ein Day´s Inn nur einige Autobahnabfahrten weiter Richtung Innenstadt (das war natürlich eine der wenigen Routen, die wir gestern abend bei unserer mitternächtlichen Suche nicht gefahren sind) zum etwa gleichen Preis, aber mit (hoffentlich) etwas gehobeneren Ausstattung. Wir möchten dabei nicht verheimlichen, dass der dort angekündigte Free Internet Access auch eine große Rolle spielte. Um nicht allzu viel Zeit zu vertrödeln, beschlossen wir, schon jetzt - früh am Morgen - dort anzufragen, ob man bereits zu dieser Zeit einchecken könne. Auf diese Weise wären wir erst einmal unser Gepäck los.

Nach einem kurzen Frühstück - Rühreier und Hash Browns – machten wir uns auf den Weg. Alles lief bestens: Day´s Inn sofort gefunden, wir konnten schon jetzt einchecken und brachten unser Gepäck in unser neues Zimmer 214. Hier gefällt es uns auch gleich schon viel besser. Der Internetanschluss sollte wieder wireless stattfinden – doch spätestens hier wurde unser Verdacht, dass unser Ethernet Adapter bei dem Hinflug irgendeinen Schaden genommen hatte, zur traurigen Gewissheit: Kein Empfang. Also bemühten wir die altmodische Art und das Telefon, um nach Tagen mal wieder ein Lebenszeichen in die alte Welt abzusetzen. Das rund zweiminütige Gespräch brachte in etwa folgende Nachrichten aus Deutschland: Uns geht´s gut, alles bestens, Wetter ist hier bescheiden, macht Euch ein paar schöne Tage, Euer Rückflug wurde gestrichen. Wie bitte?

Capitol State Building | Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Das Capitol am Ende der National Mall.

Ohne weitere Informationen und ohne Internetanschluss standen wir etwas ratlos da. Wir verwarfen erst einmal unsere Pläne für heute und setzten uns ins Auto, um am Flughafen Details über unseren ausgefallenen Flug zu erfahren, und was nun zu tun sei. Eine halbe Stunde später standen wir am Dulles Airport und suchten British Airways – doch die öffnen ihre Schalter erst gegen 14.30 Uhr. Eine nette BA-Dame gab uns die Nummer einer Servicehotline, über die wir dann nach kurzer Beratschlagung auf den Flug tags darauf umbuchten. Diesen Entschluss konnte wir relativ leicht fassen, da unser Mietvertrag für das Auto nach der katastrophalen Abholaktion in New York eh bis zum darauffolgenden Tag um 10.41 Uhr galt und wir für Daheim einen Puffertag zum Erholen vom Jetlag eingeplant hatten. Dann müssen wir halt aufs Ausspannen verzichten, bekommen dafür aber ein paar zusätzliche Stunden in Washington geboten. Auch gut!

Deutlich entspannter rollen wir wieder auf Washington D.C. zu, um nun endlich – trotz deutlich fortgeschrittener Uhrzeit – mit unserer Stadtbesichtigung anzufangen. Allgemein bekommt man schnell mit, dass es wenig ratsam sei, mit dem Auto in der Stadt auf Parkplatzsuche zu gehen. Deshalb gibt es auch auf dem Autobahnaußenring bereits zahlreiche Hinweise auf die Metrostationen, die einen flott in die Innenstadt bringen. Wir folgen einem solchen Schild zur Station East Falls Church, finden eine Ankündigung für einen Park & Ride-Parkplatz, fahren durch die Einfahrt – und hinter uns schließt sich die Schranke. Ein neues Problem bahnt sich seinen Weg.

Die Parkgebühren, die wir bei Autoabholung zu entrichten haben, sollen 3,75 $ kosten, was an sich in Ordnung geht. Dieser Betrag darf aber nicht bar bezahlt werden, sondern muss – das wurde wohl erst im Frühjahr so eingeführt – mit einer »SmarTrip«-Karte erfolgen. Die kann man aus einem Automaten beziehen an der Metrostation und kostet bereits 10 $ – Fünf davon für die Karte als solche, weitere fünf als aufgeladenen Betrag. Leider ist Bargeld in den letzten Stunden bei uns knapp geworden, wir müssen erst neues holen. Kein Problem, der Automat nimmt auch Kreditkarten – nur leider keine europäischen, denn es wird die Eingabe des amerikanischen fünfstelligen Zip Codes (also der Postleitzahl) verlangt. An einer Tankstelle hat unsere Duisburger Postleitzahl neulich bestens funktioniert, hier funktioniert´s natürlich nicht.

White House | Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Bei George brennt noch Licht.

Auf Anraten des freundlichen Herrn in der Metrostation – jawoll, auch in der Washingtoner Metro sitzen immer mindenstens zwei Leute, die nach dem Rechten schauen und wirklich Kundenberatung betreiben! – sollten wir uns erst einmal eine normale Fahrkarte holen und in der Stadt einen 10 $-Schein organisieren, um hier später die »SmarTrip«-Karte zu erwerben. Wir erwerben zwei Tageskarten (am anderen Automaten funktioniert, oh Wunder, die Kreditkarte!) und setzen uns in den nächsten Zug Richtung Federal Triangle. Das Washingtoner Metronetz ist, das muss an dieser Stelle einmal gesagt werden, in keiner Weise mit der New Yorker Subway zu vergleichen. Leise, geschmackvoll gestaltet und sehr komfortabel. Nach 22 Minuten Fahrzeit erreichen wir die Haltetstelle Smithsonian und stehen auf den Wiesen, die man aus unzähligen Filmen und Fernsehreportagen kennt und die die Amerikaner die National Mall nennen: Das Capitol State Building im Hintergrund, das fast 170 m hohe Washington Memorial mit dem anschließenden Reflecting Pool im Hintergrund, und etwas seitlich davon das Weiße Haus. Zu sommerlich warmen Temparaturen und mildem Abendlicht wirkt die Szenerie etwas unwirklich und lässt kaum glauben.

Wegen eines ganz anderen amerikanischen Monuments führt – auf besonderen Wunsch von Malte – uns unser Weg erst einmal in das National Air & Space-Museum, das ebenfalls hier angesiedelt ist. Für das Museum haben wir selbst keine Zeit, dafür aber für ein rund 3 Meter langes Objekt, das im großen Souvenirladen hinter dicken Glasscheiben ziemlich unbeachtet von den Museumsbesuchern sein Dasein fristet. Siehe Foto... Malte ist froh, dass es IHR gut geht! Es sollte nicht die letzte Enterprise bleiben, die uns in Washington begegnet.

Enterprise, die Erste| Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Enterprise, die Erste. Das originale, 1964 gebaute und 3,30 m lange Studiomodell des berühmtesten TV-Raumschiffs ist heute im Air & Space-Museum hinter dickem Glas zu sehen und nur schwierig aufzunehmen. Das gilt in dem Moment auch für die wesentlich jüngere Dame im Vordergrund, die mühselig zu diesem Foto überredet werden musste.

Unser anschließender Rundgang entlang der verschiedenen Mahnmale (geschmackvoll: Vietnam Veterans Memorial; erschütternd: Korea Veterans Memorial; peinlich: World War II Memorial) dürfte wohl dem entsprechen, was viele amerikanische Schulkinder auf ihren Klassenausflügen ablaufen. Wir besuchen Abraham Lincoln, der von seinem Thron auf den Reflecting Pool herabschaut und schauen den Eichhörnchen zu, die an einem nahegelegenen Kiosk die Papierkörbe plündern. Wir essen Häagen-Dasz-Eis, das leider wieder einmal dreifach verpackt aus der Tiefkühltruhe kommt. Auf dem Rückweg ein Besuch beim Weißen Haus, in dem Mr. Bush seine Tage abzählt. Was uns wirklich freut sind zahlreiche höhnende »Countdown«-Kalender für 2008, die man häufig kaufen kann und die als Bonus ein zusätzliches Kalendarium bis zum 20. Januar 2009 enthalten – dann läuft nämlich Bushs Amtszeit endgültig ab. Viele Amerikaner machen keinen Hehl daraus, dass sie es offenbar kaum abwarten können. Da fragt man sich, warum man íhn überhaupt wählt...

In der Dunkelheit laufen wir noch ein wenig durch Downtown Washington, finden zurück zur Metro, fahren zur East Falls Church zurück, kaufen das blöde »SmarTrip«-Ticket mit einem frisch aus dem Automaten gezogenen 10 $-Schein und fahren in unser Hotel zurück.

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