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Touren & Betten > Reiseberichte > USA-Tour (2007) > Tag 9: Erwin > Alexandria

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Amish Farm | Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Keine Telefon- oder Stromleitungen führen zu den großen Amish-Höfen, wo die Amish ein vor allem in der Landwirtschaft fußendes, einfaches Leben führen.

Aufbruch unter strahlend blauem Himmel: Noch viele Autostunden trennen uns von Washington – allerdings wollen wir auf dem Wege dorthin einen kleinen Umweg nach Lancaster einbauen, wo wir nicht nur ein Outlet besuchen wollen, sondern auch die Hoffnung haben, einen kurzen Eindruck auf Amish-Siedlungen zu werfen – hierfür wollten wir ursprünglich sogar noch bis Ohio weiterfahren, wo die größten Amish-Gemeinden leben, doch der Weg hätte weitere acht Autostunden gekostet, die wir nicht mehr auf uns nehmen wollen...

Um dem Eindruck zuvorzukommen, dass wir die Amishe als simple Touristenattraktion begaffen oder – in diesem speziellen Falle ganz schlimm – fotografieren wollen: Wir zollen der zurückgezogenen Lebensweise der tiefreligiösen Menschen unseren ausdrücklichen großen Respekt und haben in keiner Weise vor, als Störenfriede deren Höfe heimzusuchen. Uns geht es vielmehr um das Erlebnis der tiefen Kluft zwischen der modernen Zivilisation und den Menschen, die den technischen Fortschritt ablehnen, einen deutschen Dialekt sprechen (so genanntes Pennsylvania-Dutch) und (fast) ausschließlich mit Pferdekutschen auf den Straßen unterwegs sind. Wie wir später feststellen werden, ist diese Kluft bei weitem nicht so groß, wie man als naiver Außenstehender, der die Amish bislang nur aus (wenigen) Filmen kennt, gar nicht so groß: Sogar in einem Coffeshop haben wir die jungen Leute angetroffen.

Schon kurz nach der Abfahrt erreichen wir auf der Route 15 den Bundesstaat Pennsylvania, wo wir an einem Visitors Center Halt machen. Wieder einmal sind wir nahezu völlig alleine hier... fast, denn im Center schauen zwei Leute sofort hinter ihren PCs hoch, begrüßen uns und versorgen uns mit einer Landkarte, in der sie unsere Fahrtroute penibel eintragen und weiterem Infomaterial. Wir sind sprachlos. Klasse!

Amish Buggy | Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Die Buggies der Amish im Straßenverkehr.

Über Williamsport geht es weiter südlich auf der 15 bis nach Harrisburg. Hier wechseln wir auf die 283 und sind eine halbe Stunde später endlich in Lancaster angekommen. Wegen einer Straßensperrung müssen wir eine Umleitung nehmen und verfahren uns. Statt in Intercourse, wo u.a. 1985 Filmaufnahmen für »Der einzige Zeuge« stattfanden, landen wir viel zu weit südlich. Eher zufällig kommen wir durch Strasburg, was sich als reiner Glücksfall herausstellt: Neben einer gigantischen Outlet-Ansammlung befinden sich hier zahlreiche Amish-Höfe und ein Besucherdorf, auf dem uns ein sehr kompetent wirkender Führer die komplizierte Lebensweise und Weltanschauung dieser Bevölkerungsgruppen weiter verdeutlicht. Und es wird noch besser: Direkt nebenan befindet sich Pennsylvanias größtes Eisenbahnmuseum! So können wir innerhalb weniger Kilometer alle unsere Interessen miteinander verbinden.

Als wir in Strasburg aufbrechen, ist es schon dunkel: Wir fahren auf der 30 bis York und dann südlich über Baltimore auf den Washingtoner Außenring zu. Es ist schon gegen 22 Uhr und der Tank ist fast leer, als wir die vermeintlichen Hauptausfallstraßen der amerikanischen Hauptstadt auf Motels absuchen - zu unserem Erstaunen völlig erfolglos. Auch in Alexandria sind wir erfolglos und finden nichts. Auf der Interstate 395 fahren wir in Springfield, südlich des Außenrings, ab, nachdem dort »Lodging« als Hinweis stand und fahren am »Hunter Motel« (Newington) auf den Parkplatz – für 76 Dollar bekommen wir das bislang schlechteste Zimmer unserer Fahrt.

Strasburg railroad | Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Das zweite und letzte Eisenbahnbild unserer USA-Tour ist dieses, aufgenommen mit Lok 31 bei Strasburg.

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