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Leuchtturmliteratur > Toussaint, Hünsch | Deutsche Leuchtfeuer

Ein weiterer großformatiger Bildband über deutsche Leuchttürme: Das wäre eigentlich nicht wirklich was neues, denn schöne Leuchtturmfotobücher gab es in den vergangenen Jahren mehrere. Das dreiköpfige Autorenteam, das von der bekannten Internetpräsenz „Leuchtturm-atlas.de“ den meisten Seezeichenfreunden bestens bekannt sein dürfte, hat sich aber diesen Themas mit einer gewissen Vollständigkeit angenommen: Es geht um „alle Leuchttürme unserer Küsten“, wie der Buchuntertitel verrät. Und das ist zumindest etwas, was es bislang wirklich nicht in Buchform gab.

Das (stets wiederkehrende) Problem auch hier ist die Definition des Leuchtturms. Ist jedes Unterfeuer immer auch noch ein Leuchtturm? Die Grenzen sind bekanntlich fließend, und wohlwissend versuchen die Autoren, im Vorwort bereits das Thema so einzugrenzen, wie es durchaus vernünftig erscheint: Alle größeren Leuchtturmbauwerke aus Stein, Eisen, Beton oder anderen Materialien, die an den deutschen Küsten stehen, seien aufgeführt, verraten die Autoren. Ob in Betrieb oder eben nicht. Mit lediglich einer kleinen Laterne befeuerte Dalben oder Masten sind demnach nicht aufgeführt.

Das Projekt kann man getrost als gelungen betrachten: In einem sehr gelungenen, ruhigen Layout werden die Türme nacheinander in Text und Bild präsentiert, wobei die Qualität der Fotos sowohl in der Motivwahl, Schärfe, Korn und Druckwiedergabe nichts zu wünschen übrig lässt – so hätte man sich auch schon manch anderes hochpreisige Buch gewünscht. Sehr angenehm fällt auf, dass das genauso auch für wirklich schwer zugängige Türme (Süderoogsand, Meyers Legde etc.) gilt, die in ebenso hervorragenden Fotografien präsentiert werden. Erfreulicherweise läuft das Buch auch nicht Gefahr, angesichts der zahlreichen Richtfeuer-Zweckbauten entlang der Weser und Elbe, die selbstverständlich alle hier zu finden sind, eintönig zu wirken.

Die eigentliche Überraschung des Buches ist tatsächlich die konsequente Vollständigkeit: So mancher Turm (bzw. Turmrest), der nach seinem Dienstende auf Tonnenhöfen, in Gärten, Museen und Innenstädten eine weitere Bleibe fand, dürfte auch „harten“ Leuchtturmfans noch unbekannt sein Vermisst hat der Rezensent lediglich vier in Bremen und Elsfleth erhaltene Leuchtbaken der alten Weserbefeuerung, für die offenbar kein Platz mehr geopfert werden sollte – ein verschmerzbarer Punkt.

Die Texte erzählen die Historie der Leuchtfeuer, ohne sich in allzu vielen Details zu verlieren. Angesichts der Menge an Aufnahmen taten die Autoren gut daran, in den Texten stets auch auf die [durchnummerierten] Abbildungen zu verweisen. Ein sechsseitiges Leuchtfeuerverzeichnis mit allen relevanten Daten (Baujahr, Kennung, Position etc.) rundet das Buch ebenso wie ein Glossar ab.

Angesichts des sehr hohen Gegenwertes ist der Preis für diesen aufwändigen Bildband nicht zu hoch angesiedelt. Ein tolles Buch, das in den Bücherschränken der Seezeichenfreunde nicht fehlen darf.

Rezension: Malte Werning

Deutsche Leuchtfeuer

Toussaint, Birgit u. Frank / Hünsch, Matthias
Deutsche Leuchtfeuer
175 Seiten, ca. 330 farbige Abbildungen.
Format 240 x 310 mm (hoch).
Hamburg / Bielefeld: edition maritim, 2005
€ 34,90
ISBN 3-892255-30-X
Andere Meinungen?

Hinrich, 02.12.2005
Hallo!
Hab das Buch schon ein paar Tage und kann nur das bestätigen, was Malte hier schreibt!
Besonders gefallen mir die Fotos der "Zweckbauten" und deren Anordnung, die in den "normalen" Foto-Büchern über Leuchttürme nicht zu sehen sind, da sie "nichts hergeben". Dass man es auch anders machen kann, ist hier eindrucksvoll bewiesen. Dafür einen Plus-Punkt von mir. ;-)
Hinrich
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