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Touren & Betten > Reiseberichte > Südengland > Tag 3: Margate > Dover

Tag 1 | 2 | 3

Aufgezeichnet von Jürgen und Malte

Zeitiges Aufstehen ist angesagt, denn wir haben noch ein volles Programm für den Vormittag. Auf das „Full English Breakfast“ können wir heute ganz gut verzichten, zu viel Fett verdirbt den Charakter. Erste Station ist Ramsgate. Eine recht abenteuerliche Fahrt dorthin. Nachdem wir uns zehn Mal im Kreis drehen, keine Hinweisschilder mehr finden, landen wir nach mehrminütiger Irrfahrt doch noch am Hafen. Bei wieder einmal allerbestem Wetter sieht die Promenade mit den vielen bunten Segel- und Fischerbooten im Vordergrund genial aus. Weit draußen, über eine Mole zu erreichen, steht der schmucke alte Turm auf einer weiteren Mole, welche den Fährhafen vom restlichen Hafen trennt. Das Wetter ist viel zu schön um schon weiter zu fahren, viel lieber würden wir uns doch noch auf einen Kaffee irgendwo an den Hafen setzen. Doch die Zeit drängt und wir haben mit South Foreland noch einen letzten Leuchtturm vor uns.

Obwohl South Foreland an einer der dichtbefahrensten Schifffahrtswege der Welt liegt und weithin sichtbar ist, wurde das Leuchtfeuer schon 1988 gelöscht

Obwohl South Foreland auf der Karte gar nicht so weit entfernt aussieht, zieht sich die Fahrt ganz schön. Die Abfahrt der Fähre für die Rückfahrt soll schon um 12.45 Uhr sein, und da drängt die Zeit etwas. Der Leuchtturm South Foreland ist schnell gefunden, aber den zehnminütigen Fußweg hätten wir uns sparen können, denn der Turm hat seinen eigenen Parkplatz. Wenn wir die richtige Straße genommen hätten, ätten wir das auch sofort gesehen. Das Gelände ist problemlos zu betreten, und wir sind begeistert, als wir lesen, dass der Leuchtturm auch ab 11 Uhr zu besichtigen ist. Es ist nur ein paar Minuten zuvor, und so betrachten wir das als einen schönen Abschluss unserer Tour – ein Blick von der Laterne aus auf den Ärmelkanal! Die 2 Pfund bezahlen wir gerne an einem kleinen Museumsshop am Turm, sind dann aber etwas irritiert, als man uns auffordert, unsere Fotoausrüstung an der Garderobe abzugeben. Wir müssen dankend ablehnen, denn die Fotos sind uns ja heilig. Die von uns erwartete Aufforderung, nun aber die Treppe hinaufzugehen, bleibt aus. Stattdessen grinst uns der Tourführer freundlich an und beginnt gemütlich mit einer weit ausholenden Geschichteüber den Bau des Turmes. Zwei französische Damnen und gesellen sich hinzu, und der gute Mann beginnt seinen Vortrag noch einmal am Anfang. Wir werden mit einem Blick auf die Uhr allmählich nervös. Der gute Mann zeigt uns das Meer vor dem Turm, und das Kellergeschoss, aber ganz offensichtlich wird es noch einige Zeit dauern, bis wir auf den Turm hinaufgelassen werden. Malte sieht sich irgendwann gezwungen, den Vortrag unseres Erzählers zu unterbrechen und auf unsere Situation hinzuweisen. Nun, letztlich haben wir den Turm nicht besteigen können – ein paar schöne Außenaufnahmn müssen erst einmal reichen. Aber wir werden wieder kommen!!

Der alte Turm von South Foreland steht heute auf Privatgelände und ist daher nur schwer zugänglich.

Vom Freigelände aus kann man schön den zweiten, noch älteren Turm von South Foreland sehen, der ebenfalls noch mit in paar Fotos verewigt wird. Dann geht´s wieder ab ins Auto und die restlichen paar Kilometer bis Dover sind schnell geschafft. Viel zu schnell, denn als wir sogar noch auf die 12.15 Uhr-Fähre gelassen werden, wird uns bald klar, dass wir ruhig noch ein paar Minuten länger bei der Führung hätten teilnehmen können. Aber besser so als anders rum...

Die Heimfahrt geht geradezu rasend schnell. In weniger als einer Stunde sind wir wieder in Calais. Endlich hat uns der Rechtsverkehr wieder! Die Sonne lacht und wir erkennen in der Ferne noch das im Meer stehende Gerüst des ehemaligen Leuchtfeuers Phare de la Walde. Obwohl es uns schon sehr interessiert, lassen wir aber die Idee, dort näher ranzukommen, bald fallen. Der Weg wäre weit, und wir sind, ehrlich gesagt, einigermaßen fertig. Dafür düsen wir aber noch ein wenig durch Calais. Zu unserer großen Überraschung hat der Leuchtturm geöffnet, und wir zahlen gerne den Eintritt mit guten, wohlbekannten Euros. Der Turm ist ausgesprochen hoch und nach vielen hundert Stufen bietet sich ein wirklich grandioser Ausblick auf die ausgedehnten Hafenanlagen und den Schiffsverkehr weit draußen auf dem Wasser. Ein wunderschöner Abschluss dieser sehr gelungenen Tour – wer hätte das ernsthaft einem langen Wochenende auf einem Laboer Campingplatz vorgezogen?

Blick vom Leuchtturm Calais auf die umfangreichen Hafenanlagen mit der Autoabfertigung für den England-Verkehr (im Hintergrund). Auf den Sänden ganz rechts hinten stand noch das Gerüst des ehemaligen Leuchtturms Phare de la Walde.

Nach einer eher stressigen Heimfahrt im dichten Urlaubsverkehr sind wir dennoch zu einigermaßen gesitteten Zeit wieder im Rheinland. Für uns steht schnell fest: Nächstes Jahr kommt Cornwall und Land´s End mit dran ;-).

Nachtrag mit Stand von 2007: So kann´s gehen... trotz mehrerer Anläufe haben wir´s bislang nicht wieder nach England geschafft :-)

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