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NZ | Moeraki (Katiki Point)
45° 24' S | 170° 52' E K 4360

Das kleine Örtchen Moeraki in unmittelbarer Nähe der berühmten »Boulders«, kreisrunde Riesenmurmeln, die auf einer Länge von nur 300 m am Strand herumliegen und Geologen viele Rätsel aufgaben, gehörte in der Mitte und dem späten 19. Jahrhundert zu den Hafenstädtchen, die mit zahlreichen anderen Häfen um Bedeutung wetteiferten. Den Kampf mit der 33 Kilometer nördlich gelegenen Stadt Oamaru verlor Moeraki, nachdem auch die Eisenbahn den Hafen der nördlicheren Stadt bevorzugte.

Nach dem ersten Aufblühen des Hafens durch den Walfang und den Export von Tran blieb Port Moeraki Handelszentrum, das durch die Besiedelung der Gegend durch Kolonisten noch an Bedeutung gewann. 1876 hatte das Marinedepartment entschieden, dass ein Leuchtfeuer diesen Küstenabschnitt sichern sollte, zumal der Verkehr vom und zu Port Chalmers bei Dunedin entlang der Küste nach einigen Goldfunden immer größere Bedeutung bekam. Mehrere Schiffe waren an diesem Küstenabschnitt zuvor auf Grund gelaufen oder an den gefährlichen Riffen zerschellt. Am Katiki Point bei Moeraki entstand dieser Leuchtturm trotz des heftigsten Widerspruchs Oamarus, welches sein Hafenfeuer lieber zu einem großen Küstenfeuer aufwerten wollte. Stattdessen musste dort das weiße in ein rotes Feuer abgeändert werden, damit keine Verwechslungsgefahr bestand.

Trotz des großen neuen Leuchtfeuers blieb der Hafen von Moeraki aber weitgehend unbedeutend. Am 22. April 1878 erstrahlte das erste Mal das Feuer aus dem Holzturm. Die Bauarbeiten am Turm begannen bereits 1876, mussten aber wegen schlechten Wetters zunächst wieder eingestellt werden. Gebaut wurde ein Turm, der eigentlich für das Städtchen Hokitika auf der Westseite der Südinsel bestellt wurde. Bei einem heftigen Sturm wurde die Optik so stark beschädigt, dass eine neue Leuchtoptik beschafft werden musste. Der Turm selbst musste, damit er nicht bei künftigen Stürmen aus der Verankerung gerissen wird, verstärkt werden.

Schon 1879 wurde das Stichgleis von der Eisenbahnstrecke zum Hafen eingestellt. Die Bedeutung des Hafens sank. Einige Siedler blieben und betrieben auch eine Schule, was Moeraki für die Leuchtturmwärter zu einem »Glücksfall« für ihre Familie machte. Schule war ein Luxus, der wenig Leuchtturmwärterfamilien vorbehalten war.

Um 1940 entstand eine Schotterstraße von Moeraki aus zum Leuchtturm, die auch heute noch »Lighthouse Road« heißt. Genauso liegt nach wie vor der Schotter. 1943 wurde das Paraffinöl-Feuer auf elektrisches Licht umgestellt. Den Strom lieferte ein Dieselaggregat.

Die Leuchtturmwärter arbeiteten urprünglich in zwei Schichten. Der Wärter und sein Assistent besaßen jeweils eine Hütte für die Unterbringung ihrer Familien. 1975 wurden die Wärter schließlich am Katiki Point abgezogen und das Licht automatisiert. Der Holzturm selbst hat eine Höhe von 8 Metern und befindet sich 52 m über dem Mittelwasser. Bis heute ist die originale Optik von 1878 noch in Betrieb.

Zu erreichen ist der Leuchtturm relativ unproblematisch über den State Highway und eine abzweigende Straße südlich der berühmten »Boulders«. Der Bereich um den Katiki Point ist mittlerweile bei Touristen ziemlich beliebt, denn hier kann man neben Delfinen und Walen vor allem auch die seltenen Gelbaugenpinguine sehen, die in einer kleinen Kolonie unterhalb des Leuchtturms leben.

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