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Niederlande > Zuiderzee, Zuid Holland > Urk 

NL | Urk
52° 39' N | 005° 35' E

Das heutige Städtchen Urk am Rande des Noordoostpolders befand sich lange Zeit auf einer kleinen Insel mitten in der Zuiderzee. Schon im 9. Jahrhundert wechselten die Besitzverhältnisse, als die Insel an das Benediktinerkloster zu Köln wechselte. Anfang des 17. Jahrhunderts befand sich die Insel im Privateigentum und besaß bereits ein Kohlenfeuer, um für die Schifffahrt ein deutlich sichtbares Zeichen zu hinterlassen. Westlich der Insel befand sich nur eine vergleichsweise schmale Fahrrinne, da der weite Weg bis nach Enkhuizen auf der Westseite des Meeres von einer ausgedehnten Sandbank blockiert wurde und daher von der Schifffahrt gemieden werden musste (»Enkhuizer Sand«). Schiffe auf dem Weg nach Amsterdam oder Hoorn mussten daher sehr nahe an Urk herankommen, um die Sandbank sicher passieren zu können.

Zu dieser Zeit soll auf Urk ein viereckiger Turm entstanden sein, der besser sichtbar gewesen sein soll. 1660 sicherte sich die Stadt Amsterdam das Eigentum der Insel, um das Feuer weiter zu unterhalten und die Sicherung der Handelsbeziehungen der Stadt zu der übrigen Welt zu garantieren. 1809 wurde das Kohlenfeuer durch ein Laternenfeuer ersetzt. Bis 1844 sollte der alte viereckige Leuchtturm, nunmehr weit über 200 Jahre alt, im Einsatz bleiben.

Leuchtturm Urk | Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Eingekeilt zwischen den kleinen Häuschen steht der Leuchtturm Urk auf einer Anhöhe, die die einstige Insel miten in der Zuiderzee »verrät«. Längst ist Urk ein Teil des Festlandes geworden, doch der Leuchturm ist immer noch aktiv.

Eine Nachfolge trat 1844 der neue, runde Leuchtturm von Urk an. Das Gebäude entstand aus Ziegeln und wurde von J. Valk entworfen, der fünf Jahre zuvor auch den Leuchtturm Marken gebaut hatte. Als Besonderheit erhielt dieser Turm ein Drehfeuer, was zu der damaligen Zeit noch außergewöhnlich war. Für die Ansteuerung des nur wenige Meter entfernten Fischereihafens, dessen Größe auch heute noch von seiner einstigen Bedeutung zeugt, diente der Turm vorübergehend auch als Oberfeuer.

Im Sommer 1876 erhielt der Turm ein Blitzfeuer mit einer Tragweite von 14 sm, seit 1916 wird das Feuer elektrisch betrieben.

Die Bedeutung des Turmes sank schrittweise mit dem Bau des Noordzee-Kanaals (1876), der Schließung der Zuiderzee zur offenen See (1932) und dem 1976 abgeschlossenen Bau des Markerwaarddijk (mehr dazu im Kapitel Die Zuiderzee und ihre Leuchtürme). Dennoch ist der Leuchtturm bis zum heutigen Tage aktiv. Der weiße Turmschaft erhielt erst vor kurzer Zeit einen neuen Anstrich. Die Laterne ist mittlerweile komplett rot gestrichen.

Der Leuchtturm Urk kann übrigens besichtigt werden. Die Gemeinde öffnet den Turm in den Sommermonaten bei Bedarf. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter der Nummer NL (527) 68 15 82.

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