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D | Peenemünde
54° 11' N | 013° 47' E C 2659

Der Greifswalder Bodden nordwestlich von Usedom ist ein sehr schwieriges Gewässer für die Schifffahrt. Wassertiefen von lediglich einem bis zwei Meter sind an vielen Stellen anzutreffen, die eine Befahrung des Boddens für die Berufsschifffahrt ausgesprochen schwierig machen. Die niedrige Wassertiefe erklärt sich dadurch, dass es bis zu der Allerheiligen-Sturmflut von 1320 tatsächlich noch eine Landverbindung zwischen der heute zu Rügen gehörenden Halbinsel Mönchgut und Usedom gab. Lediglich die heutige kleine Insel Ruden, die dem Peenemünder Haken vorgelagert ist, blieb als letztes Überbleibsel dieser Landverbindung erhalten.

Die niedrige Wassertiefe war vor allem der aufstrebenden Hafenstadt Wolgast am Peenestrom stets hinderlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Befeuerung in diesem Teil des Greifswalder Boddens neu geregelt und schmale Fahrrinnen mit sechs Meter Solltiefe ausgebaggert, die eine Passage der knapp unter dem Meeresspiegel liegenden Sände Knaackrücken, Tonnenbank und Peenemünder Haken ermöglichen sollten.

Zwischen der Insel Ruden und Usedom liegt gewissermaßen die „Verkehrsdrehscheibe“ dieser Rinnen. Schiffe, die den Peenestrom abwärts fahren, können über die Knaackrückenrinne in Richtung Rügen / Strelasund abbiegen, oder aber durch die Tonnenbankrinne auf das Südende Rudens zuhalten, das noch bis 2004 durch einen kleinen Feuerträger (ehemaliges Quermarkenfeuer Ruden) markiert wurde. Knapp unter diesem befindet sich eine weitere Verbindungsrinne, für die 1954 ein Leitfeuer östlich des Fahrwassers errichtet wurde.

Das Leitfeuer Peenemünde ist ein 11 Meter hoher, rot-weißer Turm mit grünem Dach und einer Galerie. In den letzten Jahren wurde der Turm mit Sonnenkollektoren ausgestattet, die rund um die Galerie installiert wurden. Das Feuer besitzt eine Optik mit 500 mm Brennweite und (naturgemäß für ein Leitfeuer) einen roten und grünen Warnsektor.

In der DDR war der Peenemünder Leuchtturm durchaus bekannter, auch wenn ihn nur wenige DDR-Bürger aus der Nähe zu Gesicht bekommen haben dürften. Er erreichte durch eine 1975 erstmalig ausgegebene Briefmarkenserie größere Bekanntheit (35 Pfennig). Zugleich diente er auch als Vorlage für einen Modellturm, den das „Sandmännchen“ im Vorabendprogramm regelmäßig besuchen durfte.

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