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Deutschland > Lübecker Bucht > Travemünde (Alter Turm)

D | Travemünde (Alter Turm)
53° 58' N | 010° 53' E

Der Leuchtturm Travemünde gilt als das älteste leuchtende Seezeichen auf deutschem Boden. Seit 1972 ist er leider nicht mehr aktiv, so dass der Neuwerker Turm seitdem an seine Stelle als dienstältester Leuchtturm trat.

Im Ostseeraum sind bereits aus Zeiten des Mittelalters die ersten Seezeichen bekannt. Auch in Travemünde soll bereits im 13. Jahrhundert ein Turm gebaut worden sein, der der damals florierenden Schifffahrt diente. 1226 wird ein Tagessichtzeichen erstmalig urkundlich erwähnt, das vermutlich um 1217 durch den Statthalter des dänischen Königs Waldemar II entstand. Die Hanse soll den Turm als Vorbild für weitere Hafeneinfahrten, so zum Beispiel von Rostock, Wismar und Stralsund, genutzt haben.

Blick von der Galerie. Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Blick von der Galerie auf die Trave.
Otterblenden . Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Die Otterblenden für die beiden Warnsektoren sind noch in der Laterne vorhanden. Im Bild sind die linken Blenden zu sehen, rechts davon der unverdeckte Leitsektor.

Ab wann der Turm als Leuchtfeuer genutzt wurden, ist dagegen nicht bekannt. Einen ersten Nachweis für die Bezahlung eines Leuchtturmwärters – dem möglicherweise ersten auf deutschem Boden – wird aus dem Jahre 1316 überliefert. Weitere Details, auch zur Feuerart, sind nicht mehr rekonstruierbar.

1534 wurde der Turm zerstört, als dänische Truppen Lübeck belagerten. In den darauffolgenden Jahren baute die Stadt an gleicher Stelle den heute hier noch existierenden Turm wieder auf. Auf dessen Dach wurde seinerzeit vermutlich ein offenes Holzfeuer betrieben. Einige Jahrhunderte später wurde das Licht über Hohlspiegel gebündelt und verstärkt.

Ein Blitzeinschlag sorgte 1827 für ein vorläufiges »Aus« des Leuchtfeuerbetriebes. Daraufhin wurde der obere Teil des Bauwerks neu aufgebaut. Mit Petroleum wurde nun das Feuer betrieben, ab 1903 wurde ein elektrisches Licht verwendet. In den letzten Jahrzehnten leuchtete aus dem recht kleinen und unscheinbaren Laternenfenster ein Leitfeuer, wobei die Otterblenden eine Blitzkennung für die Warnsektoren erzeugten.

1972 musste der Leuchtturm nach längerem Ringen abgeschaltet werden. Unmittelbar in den Weg des Leitfeuers sollte der Neubau des Maritim-Hotelhochhauses in den Himmel wachsen. Das Hotel konnte gebaut werden, musste aber verpflichtet werden, als Feuerträger für ein neues Leitfeuer zu dienen (siehe Travemünde). Der alte Turm dient seitdem als Museum und besitzt heute eine bemerkenswerte Ausstellung über die Leuchtfeuer an der deutschen Ostseeküste.

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