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D | Marienleuchte (Neuer Turm)
54° 30' N | 011° 14' E C 1284

Als zu Beginn der 1960er-Jahre mit dem Ausbau der Verkehrswege zur Vogelfluglinie zwischen Dänemark und Deutschland in Puttgarden ein umfangreicher Hafen mit ausgedehnten Trajektanlagen entstand, reichte die Marienleuchte mit ihrer vergleichsweise niedrigen Feuerhöhe nicht mehr aus. Aus diesem Grunde entstand zwischen 1963 und 1965 ein neuer, moderner Stahlbetonleuchtturm mit einer Höhe von 33,1 m in insgesamt 168 m Entfernung weiter nordöstlich. Er ging im April 1967 in den Betrieb.

Treppenschnecke. Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Blick von unten in den Treppenraum.
Optik von 1874. Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Die Optik aus dem Jahre 1874 wurde bis 1967 im alten Leuchtturm verwendet. Für das Foto wurde die Optik gedreht und die Wartungsklappe geöffnet.
Eingangsbereich. Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Eingangsbereich.

Der neue Turm entspricht in seinem Grundriss weitgehend dem in etwa zeitgleich entstandenen Leuchtturm Holnis in der Flensburger Förde, der allerdings fünf Meter kleiner ist. Zum Schutz des Stahlbetons wurde er außen mit roten und weißen Hartfaserzementplatten verkleidet, nachdem sich die ursprünglich vorgesehenen Fliesen nicht bewährten. In seinem Inneren führen 167 Stufen in den eigentlichen Laternenraum.

Die Optik des alten Turms wurde in dem neuen Bauwerk weiterverwendet, der auch die Bezeichnung Marienleuchte von dem alten Seezeichen übernahm. Die um 1875 entstandene Optik mit einer Brennweite von 250 mm hat einen Innendurchmesser von 50 cm und eine Höhe von 71,4 cm. Das Feuer wird mit einer 1.000 W / 24 V-Glühlampe erzeugt, dass auf diese Weise eine Tragweite von bis zu 22 sm bekommt.

Neben seiner Funktion als Orientierungsfeuer besitzt die neue Marienleuchte auch einen roten Warnsektor für den Fährquerverkehr auf dem »Seeweg 1« zwischen Puttgarden und Rödby und das Puttgardenriff.

Der Turm kann, wie man es von deutschen Leuchttürmen gewohnt ist, nicht besichtigt werden. Gute Fotos lassen sich aber morgens gut vom Ufer aus machen, den man über einen öffentlichen Weg von der Siedlung Marienleuchte aus erreicht. Etwas warnen muss man in diesem Zusammenhang aber vor dem benachbarten Bundeswehrgelände.

Wir selbst haben die Marienleuchte im August 2004 das erste Mal besucht. Im Mai 2007 hatten wir dagegen die seltene Gelegenheit, im Rahmen einer IGSZ-Veranstaltung den Leuchtturm auch von innen besichtigen zu dürfen.

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