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B | Knokke-Heist (Hoog Licht)
51° 21' N | 003° 13' E

Obwohl der Zeebrügger Hafen selber noch relativ jung ist, kann er auf eine lange Vergangenheit zurückblicken: Bereits im 12. Jahrhundert entstand hier nach einer Sturmflut der Meeresarm „Zwirn“, der der Handelsstadt Brügge direkten Zugang zur See ermöglichte und zu deren Aufschwung in den folgenden Jahrhunderten beitrug. Die Küstenlinie verlief dabei unmittelbar nördlich Brügges, die Orte Sluis, Damme und Oostende waren zeitweise Küstenstädte (eine Karte der damaligen Situation ist hier abrufbar). Später versandete der Meeresarm wieder, lediglich der bis Oostende verlängerte Brugge-Gent-Kanal aus dem 17. Jahrhundert ermöglichte der Schifffahrt weiterhin die direkte Verbindung nach Brugge.

Erst Ende des 19. Jahrhundert wurde wieder eine direkte Verbindung Brügges zur Nordsee geschaffen, als der Boudewijn-Kanal gebaut wurde. An seiner Mündung südlich von Knokke-Heist entstand eine große Schleusenanlage, eine Siedlung und der Hafen Zeebrugge, dessen Bau 1899 bereits in vollem Gange war. Wenige Jahre zuvor befand sich hier ausschließlich eine Dünenkette und Sandstrand. 1907 wurden weite Teile des Hafens eröffnet, und neben dem Leuchtturm Zeebrugge Mole auch eine Richtfeuerlinie geschaffen, die allerdings erst nach Ausbaggerarbeiten 1912 in Betrieb gehen konnte.

Die Richtfeuerlinie bestand aus einem kleinen Unterfeuer in Ufernähe mit rundem, gemauertem Sockel, auf dem die stählerne Laterne aufgesetzt wurde. Das Oberfeuer wurde in Form eines Wasserturms ausgeführt, der mit zahlreichen Verzierungen aufwarten konnte. Das Unterfeuer zeigte anfangs ein rotes Festfeuer und zwei seitlichen weißen Sektoren, das Oberfeuer dagegen ein weißes Festfeuer ohne Sektoren.

Um die Stellung Belgiens im internationalen Schiffsverkehr zu stärken, wurde zwischen 1970 und 1985 der Hafen Zeebrugge stark erweitert, indem große Landflächen außerhalb der bisherigen Mole aufgeschüttet wurden. Hierdurch wurden zahlreiche weitere Liegeplätze für Schiffe geschaffen. Durch die neuen Molen veränderte sich die Einfahrt in den Hafen geringfügig, so dass die Richtfeueranlage ersetzt werden musste und 1983 außer Betrieb ging. Unmittelbar neben dem alten Unterfeuer entstand das Oberfeuer einer neuen Richtfeuerlinie, wobei jetzt zwei schmucklose Stahlrohre als Feuerträger verwendet werden. Die alten Türme blieben unter Denkmalschutz erhalten und standen ab 2001 zur Sanierung an.

Bei unserem ersten Besuch dieser Feuer im April 2002 hatten wir richtig schön Pech: Beide waren eingerüstet, beim Unterfeuer stand nur der Betonsockel. Die Restaurierung, die laut der Beschilderung bereits im Sommer 2001 abgeschlossen sein sollte, war noch in vollem Gange. Erst im Frühjahr 2004 erfuhren wir von der Fertigstellung der historischen Bauwerke. Bei unserem zweiten Besuch im Juni 2005 strahlten die beiden Bauwerke dann auch in vollem Glanz – ganz ohne Graffitti und ohne jede Schmiererei.

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