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B | Blankenberge
51° 19' N | 003° 06' E B 0112

Schon im 12. und 13. Jahrhundert entwickelte sich an der flandrischen Küste rege Handelsrouten über die Nordsee. Die Quellenlage über die ersten Seefeuer in Flandern und den südlichen Niederlanden ist heute im Vergleich zu anderen europäischen Regionen sehr gut. Neben Nieuwpoort und Oostende soll 1337 östlich von Blankenberge bereits ein Feuer in den Dünen gebrannt haben. Aus Briefen der damaligen Zeit geht hervor, dass 1394 ein weiteres frühes Feuer nahe der Stadt gezündet wurde. Hierbei handelte es sich um Torf, der in einer Pfanne auf einem Pfahl in den Dünen verbrannt wurde. Später wurden simple Steintürme verwendet. Verschiedene Bauwerke wurden in den folgenden Jahrhunderten errichtet, die oftmals schnell wieder ausbrannten oder durch Stürme unbrauchbar wurden.

1810 ließ Napoleon in Blankenberge ein kleines Fort errichten, von dem aus Bewegungen der englische Flotte beobachtet werden sollten. 1817 errichteten die Holländer erstmalig ein kleines Leuchtfeuer auf dem Fort, das in späteren Jahren offenbar noch ausgetauscht wurde. Das nur 3,8 m hohe Türmchen blieb bis in das Jahr 1872 hinweg im Einsatz.

Zwischen 1863 und 1871 wurde in Blankenberge (damals "Blankenberghe" geschrieben) ein neuer, kleiner Hafen gebaut. An dessen östlicher Seite entstand 1872 ein neuer Leuchtturm, der seinen kleinen Vorgänger ablösen sollte. Der achteckige und 17 m hohe Turm wurde direkt auf dem Leuchtturmwärterhaus gemauert und besaß roten Ziegelverbau. In seinem Entwurf ähnelte er stark dem zeitgleich in Knokke gebauten Leuchtturm, wenngleich dieser viereckig ausgeführt wurde. Am 14. Juli 1872 ging das Feuer in Betrieb. Historische Ansichten beider Türme befinden sich einmal mehr in Klaus Hülses Postkartenarchiv. Der Blankenberger Turm überstand die Kämpfe zur Befreiung Belgiens im Zweiten Weltkrieg leider nicht, er wurde 1944 zerstört und seine Ruinen später abgetragen.

An seine Stelle rückte erst 1950 der heute hier vorhandene Turm, der aus Beton gegossen wurde und ein markantes verglastes Treppenhaus besitzt (manche Quellen nennen erst 1952 für die Zündung des Feuers). In den langen Reihen der Hochhäuser, die sich entlang der belgischen Küstenlinie befinden, ist der Turm nicht ganz leicht auszumachen. Er wird heute von Zeebrugge aus ferngesteuert. In seinem Erdgeschoss befindet sich mittlerweile ein maritimes Museum.

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