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Deutschland > Ems, Ostfriesland > Knock 

D | Knock
53° 20' N | 007° 02' E B 1010

Der Leuchtturm Knock ist sicher einer der ungewöhnlichsten Feuerträger an Deutschlands Küsten. Das graue Bauwerk entstand ab 1966 in mehrjähriger Bauzeit vornehmlich als Revierzentrale für die Radarkette der Emsschifffahrt und wird deshalb beherrscht von einem großen Radardom auf der Spitze des 55 m hohen gebäudes. Die eigentliche Überwachungszentrale befindet sich in dem großen ausladenden Stockwerk im unteren Drittel. Auf dem Dach der Zentrale befindet sich dann auch das eigentliche Leuchtfeuer in gut 29 m Höhe, dem wiederum eine rotierende Radarantenne aufgesetzt wurde.

Erst vor einigen Jahren wurde der Turm aufwändig umgebaut. Dabei wurde eine neue Antenne für die Satellitennavigation installiert, die das Aussehen des Bauwerks deutlich veränderte.

Der Leuchtturm befindet sich an der gleichnamigen Landspitze, die für die gesamte Emsschifffahrt einen Kurswechselpunkt darstellt. Dementsprechend früh befanden sich hier bereits Seezeichen. Schon 1859 wurde an dieser Stelle ein hölzernes Gestell aufgestellt, auf dem eine Rüböllampe und eine Fresnel-Linse ein Leuchtfeuer erzeugten. Diese »Laterne an der Knock« war, nach dem großen Borkumer Leuchtturm, das erste Leuchtfeuer an der Ems. Eine Raute-Bake steht heute an dieser Stelle, die gleichzeitig auch eine im Ems-Dollart-Vertrag festgelegte Grenze markiert.

Im Rahmen der großen Emsbefeuerung wurde 1888 an dieser Stelle ein kleiner Eisenturm als neues Warn- und Orientierungsfeuer aufgestellt. Gezeigt wurde ein weißes Festfeuer mit einer Höhe von 9 m, das 6 Seemeilen weit zu sehen war. Bis 1913 wurden Sektoren eingerichtet und damit ein Quermarkenfeuer geschaffen. Das anfängliche Petroleumglühlicht wurde 1924 auf Gas und 1952 auf elektrisches Licht umgestellt. 1961 wurde der Turm als Ganzes einige hundert Meter nach Westen versetzt, wo der neue Radarturm kurz darauf entstand. Als dieser 1969 gebaut wurde und das Quermarkenfeuer auf das Bauwerk wanderte, konnte der alte Turm verschrottet werden.

Von großer Bedeutung für die Entwässerung Ostfrieslands ist das nahegelegene Siel- und Schöpfwerk Knock. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch die Denkmäler Friedrich Wilhelms I (der Große Kurfürst) und Friedrich II (Friedrich der Große).

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