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D | Dangast (Altes Wilhelmshaven-Feuer)
53° 31' N | 008° 10' E B 1162

Der große Marinestützpunkt in Wilhelmshaven beherrscht auch heute noch das Leben der Stadt und ihrer Umgebung. Hier bestand bis zum Zweiten Weltkrieg der wichtigste Kriegshafen Deutschlands, von dem aus die deutsche Seeflotte vor allem auf England ausgerichtet wurde.

Die heutigen Marineanlagen haben nicht mehr ganz die enormen Ausmaße des alten, nach dem deutschen Kaiser benannten Kaiser-Wilhelm-Hafens. So wurde nach 1945 eine dritte Einfahrt zugeschüttet, lediglich der Nordmolenkopf blieb erhalten. Hier befand sich bereits seit 1904 – einer anderen Quelle nach ab 1910 – ein Molenfeuer. Dabei soll es sich um einen recht unauffälligen, grauen sechseckigen Turm gehalten haben. Die Lichtquelle diente zunächst Flüssiggasglühlicht, ab 1958 stehendes Propangasglühlicht.

1975 wurde an dieser Stelle dennoch wieder ein Leuchtfeuer installiert, das allerdings – obwohl auf einer Mole stehend – nicht als Molenfeuer, sondern als Quermarkenfeuer für den Schiffsverkehr auf der Jade diente. Gemeinsam mit dem Quermarken- und Unterfeuer Eckwarden markierte der kleine Leuchtturm die Punkte, an denen eine Kurskorrektur vorgenommen werden musste, um Schiffe durch das enge Fahrwasser zu leiten. Dabei handelte es sich um eine grau-schwarze Stahllaterne, die auf einem Podest montiert wurde, das wiederum auf vier Stelzen und einem Mauersockel stand. In den Leuchtfeuerverzeichnissen taucht dieser Turm unter der simplen Bezeichnung Quermarkenfeuer auf, einen Eigennamen trug er offenbar nicht. An dem 12 m hohen Turm waren zuletzt auch Solarzellen für die nun installierte Glühlampenbeleuchtung sowie ein Windmessgerät installiert.

Das Quermarkenfeuer im Mai 2001 an seinem alten Standort in Wilhelmshaven. Rechte: M. Werning / leuchttuerme.net
Das Quermarkenfeuer im Mai 2001 an seinem alten Standort in Wilhelmshaven.

Die Stillegung der meisten Quermarkenfeuer an der Jade im Oktober 1998 (Minsener Oog Buhne A, (Minsener Oog Buhne C, (Hooksielplate, (Schillig) überstand dieser Turm, sein Feuer wurde erst am 5. Juli 2005 gelöscht. Für die Wilhelmshavener kam es offenbar sehr überraschend, dass sich schon kurz nach der Einstellung ein Interessent für den Turm einfand, der das Bauwerk übernahm: Zum symbolischen Preis von einem Euro übernahm Anton Tapken, Kapitän des in Dangast liegenden Ausflugsschiffs Etta von Dangast den Leuchtturm und ließ ihn bereits am 8. November 2005 demontieren und am dortigen Hafen als maritimes Denkmal wieder aufbauen.

Proteste gegen die Aktion kamen von »überrumpelten« Wilhelmshavenern, die nun selbst gerne den Turm an Ort und Stelle erhalten hätten. Innerhalb kürzester Zeit entstand an Ort und Stelle ein originalgetreuer Nachbau, der im Herbst 2006 eingeweiht wurde. Der Nachbau erhielt zusätzliche dünne Stützstreben, an denen er vom Original zu unterscheiden ist.

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