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Deutschland > Ems, Ostfriesland > Schillig (Altes Unterfeuer)

D | Schillig (Altes Unterfeuer)
53° 42' N | 008° 02' E B 1132

Unterfeuer zum Richtfeuer Schillig (Oberfeuer).

Zur Bezeichnung des Jadefahrwassers entlang des Strömungsbauwerks Minsener Oogs haben Richtfeuerlinien bei Schillig schon eine lange Tradition. Die beiden heute existierenden Feuerträger stammen aus den Jahren 1961 und wurden während eines weiteren Ausbaus der Jade für die Seeschifffahrt errichtet (wie übrigens auch die Richtfeuer Eckwarden, Tossens und Voslapp, die in etwa zeitgleich entstanden). Die Kennung des Richtfeuers lautete zuletzt gleichgängig Oc W 6 sec. Die Tragweite des Feuers betrug 15 sm beim Oberfeuer und 12 sm beim Unterfeuer.

Das Oberfeuer wurde von einem 35 m hohen Betonturm getragen, der im Wesentlichendem Oberfeuer von Voslapp und Tossens entspricht. Das Unterfeuer befand sich in einem dreibeinigen, stahlgrau gestrichenen 16 m hohen Stahlturm, bei dem sich die Laterne direkt oberhalb des Beingestells befindet und eine umlaufende Galerie besitzt. Der Aufstieg zur Laterne musste über eine freibleibende Leiter erfolgen. Einige Jahre lang war der Bereich zwischen den Turmbeinen zur Verbesserung der Sichtbarkeit von See aus mit Kiefernholz verlattet.

1987 wurde die Richtfeuerlinie aufgegeben. Das Oberfeuer diente weiterhin als Radar- bzw. Antennenturm und wurde in einer gelben Warnfarbe gestrichen. Heute erinnert insofern nichts mehr an die Vergangenheit des Turms als Leuchtfeuer. Das Unterfeuer hingegen blieb als Quermarkenfeuer im Verbund mit dem Richtfeuer Voslapp bis Ende Oktober 1998 in Betrieb. Seitdem steht das Bauwerk unbenutzt am »Strand« von Schillig und wird in den Sommermonaten von badehungrigen Campern umsäumt. Es laufen derzeit örtliche Bestrebungen, den Turm als maritimes Denkmal zu erhalten.

Die Geschichte der Leuchtfeuer bei Schillig ist selbstredend schon viel älter, war doch das damals oldenburgische Heppens der Standort für den größten deutschen Seekriegshafen, der daraufhin zum heutigen Wilhelmshaven wurde. Schon 1876 entstand am Schillighörn ein Leuchtturm, der ab 1914 als Oberfeuer für eine Richtfeuerlinie diente. In zweiter Generation wurde 1925 ein neues Leuchtturmpaar am Schillighörn erbaut, das bis zum Neubau der Richtfeuerlinie 1961 in Betrieb stand.

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