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Seezeichenarten > Feste Seezeichen > Baken (und Kapen)

»Bake« ist eigentlich ein altdeutscher Begriff für »Seezeichen«. In der niederdeutschen Sprache wurden nicht nur alle Bauwerke, die einem Schiffsführer als navigatorischer Anhaltspunkt dienen könnte, sondern auch auffällige Baumgruppen oder Dünen als »Bake« bezeichnet, in einigen Gegenden aber auch als »Kape«, »Kap« oder »Kaap«. Der Begriff einer »Bake« änderte sich in der Neuzeit dahingehend, dass er in der Schifffahrt nur noch künstliche, d.h. eigens von Menschenhand errichtete Bauwerke als Seezeichen umfasste. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Begriff der Bake vor allem für die weit verbreiteten »Kopfbaken« verwendet, wobei es sich meist um simple Stangen handelte, die mit einem geflochtenen Korb als Toppzeichen zur Fahrwassermarkierung dienten. Die letzten Kopfbaken wurden im 18. Jahrhundert durch die einfacheren Pricken ersetzt.

Cuxhaven Kugelbake, 22.04.2006
Bekannteste Bake Deutschlands: Die Kugelbake in Cuxhaven-Döse

Größere Navigationshilfen, bei denen es sich meistens um auffällig verlattete Holzgerüste handelte, wurden meist mit dem »Kap«-Begriff versehen. Eine einheitliche Definition fehlte jedoch, so dass zumindest im deutschen Sprachraum dieser Begriff sehr großzügig verwendet wurde. Es ist daher schwierig, historische Vergleiche über Größe und Anzahl von Baken anzustellen. Erst am 31. Juli 1887 wurde der Begriff »Bake« in den Grundsätzen eines einheitlichen Systems zur Bezeichnung der Fahrwasser und Untiefen in den deutschen Küstengewässern auch für die bisherigen Kapen festgelegt und definiert.

Noch heute ist das Wort Kap (engl.: »Cape«) für einen Landvorsprung im Sprachgebrauch enthalten. Auch das Wort Bake ist heute im englischen Beacon (dt.: »Signal«) noch enthalten und hat auch im Straßen- und Schienenverkehr Einzug gehalten für auffällige Signaltafeln. Der Begriff wird heute sehr allgemein gehalten: Jeder Leuchtturm ist genau genommen auch eine Bake, da er durch seinen meist auffälligen Anstrich auch als Tagessichtmarke dient (Leuchtbake). Gemeint sind aber meist eher unbefeuerte Bauwerke, die als reine Tagessichtzeichen gebaut wurden.

Trotz der bereits erwähnten Schwierigkeiten bei der historischen Rekonstruktion der ersten Verwendung von Baken lässt sich festhalten, dass die Hansestadt Hamburg bereits in den 1440er-Jahren erste Exemplare im Elbe-Verlauf aufstellen ließ. Im Bereich der Ostsee wurden schon im 13. Jahrhundert gemeinsam mit den ersten Leuchtfeuern auch erste Baken erwähnt. Mit dem Ansteigen des Schiffsverkehrs wuchs auch die Dichte dieser Seezeichen an den Küsten.

Historische Seekarte mit Beispiel für Baken.
Beispiel für Bake auf historischen Seekarten: Zwei Baken bilden auf der niederländischen Insel Rottum eine Linie zum Auffinden der Fahrwassertonnen.

So wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entlang der niederländischen, deutschen und dänischen Nordseeküste zahlreiche Baken aufgestellt und auf Seekarten verzeichnet. Dabei handelte es sich meist um Holzgerüste (seltener Eisengerüste), die durch unterschiedliche auffällige Formen auch aus größerer Entfernung einwandfrei zu identifizieren waren und zumeist auf Dünen oder sandigem Wattboden errichtet wurden. Sie wurden meist so aufgestellt, dass sie in Verbindung mit einem anderen Objekt (z.B. dem Alten Leuchtturm auf Borkum) in Deckpeilung gebracht das optimale Fahrwasser anzeigten (Richtbaken).

An felsigen Küsten hingegen waren meist sehr viel markantere natürliche Orientierungspunkte wie z.B. Felsformationen vorhanden, so dass hier keine künstlichen Peilhilfen aufgestellt werden mussten. Stattdessen entstanden aber auf Untiefen wie z. B. Schären in Norwegen und Schweden ebenfalls Baken in Form von kleineren Steintümen oder Mauertürmchen, um diese auch bei höheren Wasserständen sichtbar zu machen.

Schon Mitte des 20. Jahrhunderts sank zumindest an der Nordseeküste die Bedeutung von unbefeuerten Baken als Peilhilfen durch die Weiterentwicklungen in der Seenavigation rasch ab, und heute haben diese Bauwerke nahezu keine nautische Funktion mehr. Die aus Holz gebauten Baken wurden nach der Aufgabe ihrer Unterhaltung vielfach bereits ein Opfer der Naturgewalten, doch einige stehen noch.

Obwohl sich die Unterhaltung dieser Bauwerke als sehr kostspielig herausgestellt hat, sind entlang der deutschen Küste einige Baken, wie die bekannte Kugelbake in Cuxhaven, als Denkmäler erhalten geblieben. In Dänemark, wo noch 12 dieser gewaltigen Bauwerke aus den 1880er-Jahren entlang der Küste wie an einer Perlenkette aufgezogen stehen, werden sie zum Teil von den Gemeinden als Wahrzeichen liebevoll gepflegt. Der Ferienort Blokhus errichtete sogar Anfang 2006 eine neue Bake als Erinnerung an das alte Bauwerk, das hier einst stand.

Das Fotografieren der großen aufwändig gebauten Baken und Kaaps an der Nordseeküste haben wir jahrelang »nebenbei« betrieben, wenn diese Bauwerke auf unserer Route lagen. Nun haben wir ein wenig in unseren Diabeständen gegraben und einige kleine Bildgalerien zusammengestellt.

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