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Technik & Funktion > Feuertypen > Quermarkenfeuer

Über Sektorenfeuer wurde an dieser Stelle bereits bei den Leitfeuern berichtet; doch auch Quermarkenfeuer gehören zu den Sektorenfeuern, die über farbige Lichtsignale (oder entsprechend andere Kennungen) bestimmte Bereiche des Wassers markieren. Die amtliche Definition lautet etwa so:

»Quermarkenfeuer sind Feuer, die querab zur Fahrtrichtung durch Übergang von einer Farbe oder Kennung in eine andere Kursänderungsbereiche oder auch die Grenzen des nutzbaren Bereichs von Richt- und Leitfeuern bezeichnet.«

Alles klar?! Etwas anschaulicher macht diese Defintion möglicherweise die Grafik rechts, die ein Quermarkenfeuer mit den angedeuteten Sektoren im Verbund mit zwei Richtfeuerlinien (gelbe Linien) zeigt.

Quermarkenfeuer
Quermarkenfeuer Gellen [D].

Quermarkenfeuer arbeiten grundsätzlich im Verbund mit anderen Seezeichen; sie tauchen oft gemeinsam mit Richtfeueranlagen oder Leitfeuern auf und geben an, ab welcher Position ein Kurswechsel stattfinden muss bzw. ab wann das Schiff von einer Richtfeuerlinie auf eine andere übergehen sollte, um im sicheren Fahrwasser zu bleiben. Hierzu besitzen Quermarkenfeuer mindestens drei Sektoren. Einem Schiff im Fahrwasser kündigt das seitlich stehende Quermarkenfeuer durch Ankündigungssektoren den kommenden Kurswechsel an und zeigt in seinem mittleren Sektor (meist ein roter Sektor) den genauen Punkt an, an dem auf den neuen Kurs gewechselt werden muss. Die genauen Kennungen der Sektoren legen die Seekarten – genau wie die weiteren Bezugspunkte (Leuchtfeuer, Tonnen) – jeweils für den Einzelfall fest.

Quermarkenfeuer
Das Unterfeuer Eckwarden [D] wurde eigentlich als Teil einer Richtfeuerlinie gebaut, besitzt aber auch ein Quermarkenfeuer.

Diese Feuer sind in erster Linie eine zusätzliche Ergänzung zu den Fahrwassermarkierungen, die durch Tonnen, Leit- oder Richtfeuer markiert werden. Da aber auch die Unterhaltung von Quermarkenfeuern keineswegs billig ist, werden diese Leuchtfeuer zunehmend deaktiviert. Dies wird dadurch erleichtert, dass Richtfeuer meist die Kursänderung selbst erklären: Das Licht der neuen Richtfeueranlage mit den beiden aufeinander zuwandernden Lichtern kündigt einem im Fahrwasser fahrenden Schiff ebenfalls frühzeitig den Kurswechsel an.

Quermarkenfeuer befinden sich meist in kleineren Türmen, die zur Projektion der einzelnen Sektoren zu allen Seiten der Seewege verglaste Laternen haben. Ihre Zahl geht auch in Deutschland zurück, da der Übergang von einer Richtfeuerlinie auf die nächste nicht immer zwingend durch eine Quermarke angezeigt werden muss: Nicht selten sind Richtfeuerlinien selbsterklärend, wenn man auf einer Linie fahrend bereits die nächste in Deckpeilung sieht. So findet man Quermarkenfeuer heute in erster Linie dort, wo Fahrwasser nicht durch Richtfeuer (sondern z.B. durch Leitfeuer) markiert werden.

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