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Seezeichenarten > IALA

Zu den größten Herausforderungen der Seenavigation zählt die »Globalisierung« in Bezug auf die Seezeichen. Das internationale Absprechen der Schifffahrtszeichen war eine lange und schwierige Prozedur und konnte letztlich auch nicht weltweit hundertprozentig umgesetzt werden, wenngleich man sich heute weitgehend auf Standards einigen konnte.

Als eine international handelnde Gesellschaft hat sich der Internationale Verband der Seezeichenverwaltungen (IALA; engl.: International Association of Lighthouse Authorities) mit Sitz in Paris herausgestellt. Ihm haben sich etwa 80 nationale Seezeichenbehörden sowie Hafenbehörden und Hersteller technischer Navigationshilfen angeschlossen. Gegründet wurde der IALA im Jahre 1957, nachdem ihm zwei Jahre zuvor die Scheveninger Leuchtturmkonferenz vorausging. Einem Exekutivkomitee gehören ständige und gewählte Mitglieder aus 15 Staaten an, zu denen auch die Bundesrepublik Deutschland gehört.

Zu den Aufgaben des IALA gehört die ständige Optimierung von Seezeichen und anderen Navigationshilfen im Sinne der Seeschifffahrt. Hierfür werden die Aktivitäten und Erkenntnisse aus Versuchen und wissenschaftlichen Tests der einzelnen Verwaltungen archiviert und ausgewertet und bei Bedarf anderen Verwaltungen zur Verfügung gestellt. In einem eigenen Magazin bzw. dafür vorgesehenen Konferenzen werden die Informationen, die von einem eigenen Technikerstab überprüft werden, veröffentlicht und gegebenefalls empfohlen.

Ein schönes Beispiel für die Arbeit des IALA ist die Einführung eines vereinheitlichten Betonnungssystems nach allgemeinen Grundsätzen im Jahre 1982: Nach einem Internationalen Abkommen des IALA, dem die meisten Mitgliederstaaten beigetreten sind, wird die Betonnung und Molenbefeuerung nach dem Kardinalsystem und dem Lateralsystem ausgeführt. Das Kardinalsystem wird dabei einheitlich gehandhabt, während das Lateralsystem in zwei Betonnungssysteme A und B unterteilt werden musste. In Deutschland beispielsweise wird das »Betonnungssystem A« angewandt, nach dem von See kommend Rot an der Backbordseite und Grün an Steuerbord verwendet wird (in der Karte sind das die grünen Landflächen). In Nord- und Südamerika jedoch sowie bspw. in Japan, Korea und die Philippinen wird das von der IALA. ausgearbeitete System »B« angewendet, bei dem die Farben der Tonnen vertauscht sind (in der Karte rot markiert). Innerhalb des IALA-Systems gibt es immerhin fünf Arten von Zeichen, die miteinander kombiniert werden können.

Der Einführung dieses Betonnungssystems gingen tragische Katastrophen voraus. Es stellte sich heraus, das mehrere Schiffsunglücke nur aufgrund von Missverständnissen bei der Interpretation von Tonnen geschahen. 1971 begann die IALA daher mit der Entwicklung des vereinheitlichten Systems (International Maritime Buoyage System).

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